Kettlebells und Handschonung

In nahezu allen Videos die ich bisher gesehen habe, werden die Kettlebellübungen ohne Handschuhe durchgeführt. Der Grund dafür ist recht einfach: Die Handschuhe selbst erfordern einen gewissen "Platzbedarf" im Griff, wodurch die Griffsicherheit leidet. Der direkte Kontakt von Hand und Griff ist damit ohne Handschuhe sicherer und erhöht die Grifffestigkeit.

Fitnesshandschuhe
Handschuhe vermindern die Griffkraft

Die Notwendigkeit von Handschuhen hängt sicherlich auch von der Oberfläche des Kettelbellgriffs ab, nämlich wie rau oder poliert dieser ist.
Bei meinen Competition-Bells ist der Griff sehr gut poliert und weist keine nennenswerten Unebenheiten auf. Aus reiner Gewohnheit vom Krafttraining her benutzte ich anfangs auch beim Kettlebelltraining meine ledernen Fitnesshandschuhe.

Sehr schnell und auf Empfehlung bei einem Kettlebellseminar bin ich dazu übergegangen, ohne Handschuhe zu trainieren. In der Tat stärkt dies das Gefühl für die "Griffigkeit".

Allerdings, und darauf sei hingewiesen:
Nach dem Training die Hände unbedingt eincremen!
Und falls sich während des Trainings Blasen abzeichnen, solltet ihr das Training abbrechen (oder doch Handschuhe anziehen), um längere Zwangspausen zu vermeiden. Mit der Zeit gewöhnen sich die Hände an die Beanspruchung; ab und zu dann eventuell gebildete Hornhaut am besten mit einer Hornraspel o.ä. entfernen.

Richtige Grifftechnik

Oft lassen sich Blasen bereits durch eine richtige Grifftechnik vermeiden: Greift die Kettelbell z.B. beim Swing nicht in fester Hantelmanier, sondern lasst sie locker (aber dennoch sicher) in den Fingern liegen. Auf diese Weise wird vermieden, dass sich die Haut zwischen Handfläche und Fingeransatz am Kettlebellgriff "einquetscht".

Blasen und Hornhaut an den Händen

Bei moderatem Training , richtiger Griffhaltung und regelmäßiger Handpflege (Eincremen, Hornhaut entfernen) sind Blasen eigentlich kein Thema.

Je nachdem wie intensiv man trainiert, lassen sie sich manchmal dennoch nicht vermeiden. Ich habe diese Erfahrung besonders beim Snatch-Test und bei der Vorbereitung hierzu gemacht. Während solch intensiven Einheiten steigt schnell das Adrenalin und man bemerkt oft (und zu spät) erst hinterher, was da mit der Griffhand passiert ist.
Meine persönlich bewährte Behandlungsroutine sieht dann wie folgt aus (bei schlimmeren Fällen ggf. einen Arzt konsultieren):


Kann beim Snatch mit großen Gewichten schon mal passieren:
Hornhautentfernung auf die unsanfte Art

Ruhe bewahren und nicht ärgern - man ändert es ja doch nicht mehr!
Die losgelöste Haut mit einem Klipser oder einer Nagelschere vorsichtig abschneiden. Die betroffene Stelle mit einer Wund- und Heilsalbe wie z.B. Bepanthen eincremen und mit Heftpflaster schützen. Nach etwa ein bis zwei Tagen Heftpflaster entfernen, so dass die Haut abtrocknen kann. Um Hautspannungen zu vermeiden, die Hände immer gut eincremen. Nach etwa einer Woche ist die ganze Malaise dann meist schon vorbei. In der Zwischenzeit kann man die dynamischen Schwungübungen weglassen und dafür eher statische Übungen wie Squat, Deadlift, Lunges, Rows, Get Ups u.ä. trainieren; ggf. mit Handschuhen.

Halten wir es bei den Handblasen am besten mit Stefan Waggershausen: "Das erste Mal tat's noch weh", mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran und irgendwann gilt: "No risk, no fun!"

Ringe und Armbanduhr ausziehen

Noch ein Tipp bzw. eine Selbstverständlichkeit, an die man manchmal nicht denkt:
Vor dem Training Fingerringe ausziehen, denn die werden mit Sicherheit zur Blasenbildung führen. Legt sie am besten an einen Platz, wo ihr sie anschließend a) wieder findet und b) nicht vergesst.
Ich habe mir z.B. angewöhnt, meinen Ehering an den Brillenbügel zu stecken, wobei ich die Brille während des Trainings absetze.

Beim Clean, Snatch, Jerk und ähnlichen Übungen empfiehlt es sich ebenso bzw. generell, die Armbanduhr auszuziehen. Sonst wisst ihr nach dem Training nicht mehr, was die Stunde geschlagen hat!

Fingernägel schneiden

Bei Übungen mit fliegendem Handwechsel empfiehlt es sich, vorher die Fingernägel zu schneiden.
Diese Erkenntnis hatte ich am 17.09.2012 (siehe Trainingslogbuch), als ich den Snatch im fliegenden Wechsel ohne abzusetzen durchführte: Da hat irgendein Fingenagel der linken Hand dem rechten Handballen einen kleinen Schrammen zugefügt. Nichts dramatisches, aber wenn man derartige Risiken kennt, kann man sie am besten im voraus vermeiden.

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